Seltene Weltkarte zurück in St. Peter

- 30.07.2010  -  Karte aus dem Mittelalter wurde aufwändig restauriert

Die Bibliothek in Sankt Peter (Schwarzwald) hat am Freitag (30.) einen ihrer wertvollsten Schätze zurückerhalten: Zu dem Buch über das Wissen des Mittelalters gehört eine gedruckte Weltkarte aus dem Jahr 1503.

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Freiburg / St. Peter. Die Bibliothek in Sankt Peter hat am Freitag (30. Juli) einen ihrer wertvollsten Schätze zurückerhalten. Nach zweimonatiger Restaurierung haben Domkapitular Andreas Möhrle, Stiftungsratsvorsitzender der Erzbischof-Hermann-Stiftung, und Johannes Baumgartner, Beauftragter für Stiftungen im Erzbistum Freiburg, das Buch „Margerita philosophica“ an den Leiter des Geistlichen Zentrums, Dr. Arno Zahlauer übergeben.

weltkarte
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Im Buch enthalten ist eine 1503 entstandene Weltkarte des Basler Holzschneiders Urs Graf. Sie zeichnet sich neben ihrer Darstellung der Welt in Form eines Eies durch zwölf eigentümliche Köpfe aus. Diese umgeben die Weltkarte und symbolisieren die zwölf Winde. Die Restaurierung war notwendig geworden, weil die Karte in mehrere Stücke zerrissen war. Die Papierrestauratorin Dorothea Timm-Heimeshoff aus Karlsruhe hat sie mit größter Sorgfalt wieder zusammengefügt und auch weitere Seiten in der „Margerita philosophica“ ausgebessert.


Die Restaurierung der Karte wurde durch die finanzielle Unterstützung der Erzbischof-Hermann-Stiftung der Erzdiözese Freiburg möglich. Die 1863 errichtete Stiftung erinnert an den dritten Freiburger Erzbischof Hermann von Vicari (1773 – 1868) und fördert neben Theologiestudenten und dem Bau von Ausbildungseinrichtungen auch die christliche Kultur in der Erzdiözese Freiburg.

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Das Wissen des Mittelalters in einem Buch zusammengefasst

Die „Margarita Philosophica“ wurde 1503 vom Freiburger Kartäuserprior Gregor Reisch herausgegeben. Das einzigartige Buch enthält als „Universitas literarum“ das gesamte menschliche Wissen des späten Mittelalters und gilt als die älteste gedruckte Enzyklopädie. Bis in das 16. Jahrhundert hinein fand das Werk große Anerkennung unter den Wissenschaftlern der damaligen Zeit.

 

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Ursprünglich stammt das vorliegende Exemplar aus dem Augustiner- Eremitenkloster Freiburg. Es ist Teil einer Auflage aus dem Jahr 1504 (gedruckt von dem aus Straßburg stammenden Johann Schott) und enthält die erste gedruckte Abbildung der Stadt Freiburg.


Zur Einordnung: Der Freiburger Kartograph Martin Waldseemüller war ein Schüler Gregor Reischs. Waldseemüller erstellte 1507 die erste Weltkarte, auf der die Landmassen im Westen erstmals als eigener Kontinent mit dem Namen „Amerika“ bezeichnet wurden.



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Die von Peter Thumb in der Mitte des 18. Jahrhunderts gebaute Bibliothek der früheren Benediktinerabtei St. Peter gilt als „schönster Rokokoraum“ des Breisgaus. Sie bewahrt - trotz der Verluste in der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts - eine bedeutende Büchersammlung.


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(lmb/ga)
Fotos: Christoph Hoppe / Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg
Digitalisate: Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg


Geistliches Zentrum St. Peter